Shirin Ebadi

Shirin Ebadi
Jahrgang
1947; Hamadan/Iran
iranische Juristin und Menschenrechtsaktivistin. 2003 erhielt sie als erste muslimische Frau den Friedensnobelpreis. Auch war sie die erste Richterin in der Geschichte des Irans.
Sie ist Ehrengast und Patin des I. Internationalen Frauenmuseumskongresses.

Aus Wikipedia: „Nach der Islamischen Revolution 1979 war sie gezwungen, ihr Amt niederzulegen und arbeitete zunächst als Sekretärin bei dem Gerichtshof, den sie vorher leitete, später als Anwältin und Dozentin an der Teheraner Universität.
Ebadi versteht sich als demokratische Frau moslemischen Glaubens. Sie setzt sich auf der Grundlage der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte für eine gleichberechtigte Rolle der Frauen im öffentlichen Leben, für die Rechte von Kindern und für eine Justizreform mit unabhängigen Richtern und Anwälten ein. Menschenrechtsverletzungen wie die Bestrafung durch Steinigung betrachtet sie als Missbrauch der Religion und Fehlinterpretation der Scharia. Sie fordert eine pluralistische demokratische Gesellschaft und lehnt fundamentalistisches Gedankengut ab.
Ebadi übernimmt als Anwältin Fälle von liberalen Personen und Dissidenten, die mit der Justiz – einer der Bastionen konservativer Macht im Iran – in Konflikt geraten sind.
Im Jahr 2000 wurde Ebadi aufgrund ihrer Tätigkeit als Verteidigerin vor Gericht angeklagt, verbrachte 26 Tage in Einzelhaft und wurde zu einer Bewährungsstrafe und zeitlich begrenztem Berufsverbot verurteilt. Dieser Fall lenkte die Aufmerksamkeit internationaler Menschenrechtsgruppen auf die Situation im Iran.

Bei der Entgegennahme des Friedensnobelpreises setzte Ebadi ein Zeichen, indem sie ohne Kopftuch auftrat. Dies begründete sie damit, dass es im westlichen Kulturkreis jeder Frau selbst überlassen sei, wie sie sich kleide. In Iran dagegen trage sie die gesetzlich vorgeschriebene Kleidung für Frauen, da sie sich als Juristin selbstverständlich an die zur Zeit geltenden Gesetze halte.
“ 

Auch auf Deutsch erschienen ist ihre Biografie Mein Iran. Ein Leben zwischen Revolution und Hoffnung. Pendo-Verlag, Starnberg 2006.

Ebadi spricht Farsi (Persisch), die Amtssprache in Iran, Afghanistan und Tadschikistan. Die Dolmetscherin Ella Mohamadi wird ihren Aufenthalt in Meran begleiten und Ebadis Worte ins Italienische übersetzen (Simultanübersetzung ins Deutsche des öffentlichen Vortrags und ihrer Kongress-Wortmeldungen).
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