11. Juni Eröffnungstag

Meran, 11. Juni 2008

Bühne frei für den I. Internationalen Frauenmuseumskongress


11.-13. Juni 2008 in Meran Eröffnungsreigen heute Vormittag im Kurhaus: Protagonistinnen am Podium neben der angereisten Patin des Kongresses, der iranischen Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi, die Vertreterinnen der Frauenmuseen aus aller Welt, die Kongress-Gastgeberinnen - das Frauenmuseum Meran samt Organisationsteam und das senegalesische Partnermuseum – und die UnterstützerInnen der Großveranstaltung. Nachhaltigkeit und Netzwerkarbeit – die Ziele.

Das älteste Frauenmuseum Italiens, das Frauenmuseum Meran wird 20 und feiert seinen Geburtstag mit einer Großveranstaltung, die Spuren hinterlassen wird: mit dem I. Internationalen Frauenmuseumskongress. Über die Hälfte der Frauenmuseen weltweit sind mit Delegationen in Meran präsent und zeigten heute Vormittag im Meraner Kursaal, wie bunt diese Frauenrealität ist: An die 100 Teilnehmerinnen aus allen fünf Kontinenten bevölkern in den nächsten Tagen die Kurstadt. Sie kommen aus Argentinien, Mexiko, Australien, aus China und aus Vietnam, aus den USA, aus Norwegen, Dänemark, Deutschland, Österreich, der Schweiz, aus Spanien und natürlich aus Italien, aber auch aus dem Sudan und aus Senegal.

Die mit Spannung erwartete iranische Nobelpreisträgerin (2003) Shirin Ebadi bewies bei ihrem kurzen Auftritt, dass FriedensnobelpreisträgerInnen BotschafterInnen sind und ihr Leben lang eine Aufgabe zu erfüllen haben, die weit über die Vortragsarbeit hinausreicht: Menschenrechte zu schützen, Demokratie und Chancengleichheit groß zu schreiben und in der Öffentlichkeit zu vertreten, mit oder ohne Unterstützung des eigenen Landes und seines Regimes. Im Pressegespräch nach der Eröffnung erzählte sie von den Schwierigkeiten, die sie nach wie vor im Iran hat, vom Todschweigen ihrer Arbeit und ihrer Person, von der Macht der Worte und der Ohnmacht der Frauen in ihrem täglichen Kampf um mehr Gerechtigkeit, nicht nur im Iran. Sie beteuerte, dass Religion vielfach dazu missbraucht werde, um Patriarchat zu legitimieren und am Status Quo festzuhalten.
Shirin Ebadi, die Persisch sprich, wird während ihres Aufenthalts in Südtirol von ihrer italienischen Dolmetscherin, der seit 28 Jahren in Rom lebenden Iranerin Ella Mohammadi auf Schritt und Tritt begleitet.

Die Idee einer "Seilschaft" als verbindendes Element gefiel: Statt eines Bänderschnitts wurden während der Eröffnung Seilstücke von den Beteiligten aneinandergeknüpft, um das Vorhaben des Kongresses besser zu versinnbildlichen, ein Netzwerk zu gründen und daran zu arbeiten, das dieses immer weitere Kreise erreicht und Knotenpukte sammelt, grenzen- und länderübergreifend, im Respekt der veschiedenen Kulturen und Frauenalltage.

Eigens wegen Shirin Ebadi angereist kam u.a. auch eine 3. Mittelschulklasse aus Schlanders: Diese hatte im Lauf des Schuljahrs unter der Leitung ihrer Kunstlehrerin Irmgard Schaller an einem Projekt gearbeitet, das den Frieden thematisierte. Dabei war ein T-Shirt herausgekommen, das Ebadis Porträt zur Schau stellt. Die Jugendlichen überreichten Ebadi das T-Shirt und die Porträts als Geschenk.

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